Dreame - CLANDY
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CLANDY
book-rating-imgREADING AGE 18+
Clandy
Romance
ABSTRACT
Prolog Der Regen fiel nicht einfach, nur er weinte. Clandy Ashford stand außerhalb des kümmerlichen Vordaches der Bushaltestelle und ließ den September-Regen durch ihren dünnen Cardigan sickern, durch die zerbrechliche Rüstung, die sie dreiundzwanzig Jahre lang um ihr Herz zu bauen versucht hatte. Sie spürte ihn nicht. Nicht den Regen. Nicht die Kälte. Nicht das Gewicht der Sporttasche auf ihrer Schulter, drei Wechsel Sets Kleidung, ein gesprungenes Handy und ein Foto, das sie mit zwölf gestohlen hatte. Ein Foto von einer Familie, die nie wirklich existiert hatte. Vor drei Stunden hatte ihre Mutter sie mit Augen gesehen, die so blau waren wie ihre ein grausamer Scherz der Genetik und gesagt, „Raus. Ich habe es satt, so zu tun, als wärst du in diesem Haus willkommen." „Was habe ich getan?" „Du hast existiert, Clandy. Du hast existiert, und du hast mir alles genommen. Meine Jugend. Meine Ehe. "Mein Leben." Sie hatte diese Worte schon tausendmal gehört. Seit sie sechs war und ihre Mutter weinend im Bad fand, die Flasche Pillen umklammert, flüsternd, warum musstest du geboren werden. Seit sie acht war und ihr Vater sagte, es hätte ein Junge sein sollen, nicht mit Wut, sondern mit etwas Schlimmerem,Gleichgültigkeit.Doch heute Nacht war endlich etwas zerbrochen. Nicht ihr Herz. Ihr Herz war so oft gebrochen, dass sie gelernt hatte, sich zwischen den scharfen Splittern hindurch zu manövrieren. Was zerbrach, war die Hoffnung. Dieser kleine, hartnäckige Vogel mit den gebrochenen Flügeln, der immer noch versuchte zu singen. Die Hoffnung, dass sie, wenn sie nur gut genug, leise genug, einfach genug war, sie endlich sehen würden. Endlich lieben würden. Endlich ihren Namen aussprechen würden, ohne ihn wie einen Fluch klingen zu lassen. Sie hatte in drei Minuten gepackt. War zur Tür hinausgegangen. Ihre Mutter hätte keinen Abschied gewünscht. Ihr Vater, der mit seinem Bier am Kühlschrank stand, hat nur gefragt: „Wo willst du hin?" Nicht geh nicht. Nicht geht es dir gut. Nur wo willst du hin, als wäre sie eine Nachbarskatze. Jetzt, allein an einer Bushaltestelle, die nirgendwohin führte, merkte Clandy, dass sie weinte. Heiße Tränen vermischten sich mit kaltem Regen, sie krümmten sich zusammen, umklammerte ihren Magen, versuchte ein Selbst zusammenzuhalten, das nie die Erlaubnis bekommen hatte, sich vollständig zu entfalten. Warum war ich nicht genug? Sie hatte es mit sieben gefragt, als sie ihren Geburtstag wieder vergaßen. Mit zwölf, als Einsen in allen Fächern zu lesen wurde. Mit sechzehn, als sie bis zu blutigen Füßen arbeitete und nur einen Zettel fand, bei Jasons Spiel. Instantnudeln im Schrank. Mit achtzehn, als sie ihr Stipendienformular verweigerten. Mit zwanzig, als eine Lungenentzündung sie ins Krankenhaus brachte und ihre Mutter sie einmal besuchte, fünfzehn Minuten, zwölf davon beschwerte sie sich über das Parken. Mit zweiundzwanzig, als sie ihre Wohnung verlor, ihre Jobs und keine Wahl hatte, in das Haus mit dem zugigen Fenster und dem Wasserfleck an der Decke zurückzukehren. Und jetzt, mit dreiundzwanzig, mit allem, was ihr gehört, auf dem Rücken und niemandem auf der Welt, der es bemerken würde, wenn sie einfach... verschwände Du warst genug, antwortete eine Stimme. Ihre eigene. Zuerst leise, dann stärker. Du warst immer genug. Sie waren die Gebrochenen. Nicht du. Sie richtete sich langsam auf. Wischte sich mit dem Handrücken über das Gesicht,Tränen und Regen und die letzten Überreste eines Mädchens, das sein ganzes Leben lang um Liebe gebettelt hatte von Menschen, die nicht wussten, wie man sie gab. Sie würde nicht mehr betteln. Sie wusste nicht, wohin sie gehen würde. Wie sie morgen essen würde, oder wo sie schlafen würde. Aber sie hat jeden vergessenen Geburtstag überlebt. Jedes grausame Wort. Jede Nacht, in der sie sich weinend in den Schlaf geweint hatte und sich gefragt hatte, warum sie so unerwünscht war. Sie hat überlebt. Sie stand immer noch. Das musste etwas bedeuten. Ein Auto näherte sich. Das tiefe Brummen eines Motors, teuer und fehl am Platz in dieser Nachbarschaft aus rissigen Gehwegen. Eine schwarze Luxuslimousine verlangsamte, hielt an, rückte genau in Höhe der Haltestelle. Die Scheibe fuhr herunter. Clandy trat zurück, ihre Hand umklammerte die Tasche, jeder Instinkt schrie auf. Doch etwas hielt sie fest. Etwas, das sie nicht benennen konnte, wie die Schwerkraft, wie die Flut dem Mond folgt. Regen tropfte von ihrem Haar. Ihr Atem bildete flache Wolken. Durch die herunterfahrende Scheibe sah sie nur Schatten und die Andeutung einer Hand, langfinger und elegant, auf dem Leder der Tür ruhend. „Sie ahnte nicht, dass der Moment, in dem sie glaubte, ihr Leben hätte endgültig verloren, der genaue Moment war, an dem das Schicksal sie endlich gefunden hatte."